„Der private Blick“ Podiumsdiskussion

Stadtbilder im Wandel – Podiumsdiskussion zur sozialistischen Stadtplanung in Greifswald und darüber hinaus

Im Rahmen des Begleitprogramms zur Sonderausstellung „Der private Blick“ widmete sich eine Podiumsdiskussion am 6. Oktober 2016 einem prägnanten Kapitel der städtebaulichen Entwicklung in Greifswald: dem umfassenden Umbau der Altstadt in den 1970er Jahren. Im Zuge eines sozialistischen Modellprojekts wurden große Teile des historischen Stadtzentrums abgerissen und durch Plattenbauten ersetzt. Gleichzeitig entstanden neue Wohngebiete im Zusammenhang mit dem geplanten Atomkraftwerk Lubmin – ein tiefgreifender Wandel, der das Stadtbild bis heute prägt.

Dr. Frank Mohr (Stadtplaner) und Dr. Felix Schönrock (Kunsthistoriker, Altstadtinitiative Greifswald) diskutierten über die damaligen Planungen und ordneten sie aus heutiger Perspektive ein. Welche Handlungsspielräume gab es damals – und was lässt sich daraus für gegenwärtige Herausforderungen in der Stadtentwicklung lernen?

Einen überregionalen Vergleich eröffnete Dr. Andreas Billert (Architekturhistoriker) mit einer Einführung zu städtebaulichen Entwicklungen in Stettin (Szczecin), Stralsund und Köslin (Koszalin). Dabei wurden ideologische Prägungen, historische Bedingungen und unterschiedliche Revitalisierungsstrategien beleuchtet. Die Veranstaltung ermöglichte einen tiefgehenden Austausch über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ostdeutscher und polnischer Stadtbilder.