Deutsch-polnischer Austausch in Stralsund

Am Wasser erstreckt sich eine Hafenpromenade mit historischen Backsteingebäuden und einem modernen weißen Museumsbau. Der Himmel ist blau mit großen Wolken, im Vordergrund liegt ein Anleger am Hafenbecken.
Blick über die Hafeninsel auf die moderne Architektur des Ozeaneums und die historische Speicherstadt. Foto: Dorota Makrutzki

Jugendaustausch für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf

Vom 18. bis 21. Mai 2026 fand in Stralsund die deutsch-polnische Jugendbegegnung für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf statt. An dem Austausch beteiligt waren das Specjalny Ośrodek Szkolno-Wychowawczy w Tanowie (Sonderschulzentrum in Falkenwalde/Tanowo) sowie das Evangelische Schulzentrum „Martinschule“ in Greifswald. Ein besonderer Dank gilt allen Pädagoginnen und Pädagogen beider Länder, die mit großem Engagement, Geduld und Herz zur gelungenen Durchführung beigetragen haben. Ihre einfühlsame Begleitung, die kreative Gestaltung der Angebote und die vertrauensvolle Zusammenarbeit haben diese Begegnung erst möglich gemacht. Danke für Ihren Einsatz, Ihre Offenheit und Ihre Bereitschaft, den Jugendlichen eine solche wertvolle Erfahrung zu ermöglichen!

Das diesjährige Projektthema lautete: „Geschichten rund um das Silber des Meeres – den Hering“. Im Mittelpunkt standen dabei die gemeinsame Begegnung, kulturelles Lernen sowie spannende Einblicke in die Geschichte der Ostsee, der Hanse und der traditionsreichen Hafenstadt Stralsund.

Die Gruppe aus Polen reiste am Montagvormittag von Tanowo nach Deutschland. Auf dem Weg wurde ein Zwischenstopp am Evangelischen Schulzentrum „Martinschule“ in Greifswald eingelegt. Dort aßen die Teilnehmenden ein von den Schülerinnen und Schülern der Martinschule vorbereitetes Mittagessen und lernten ihre polnischen Gäste kennen. Anschließend ging die Fahrt weiter zur Jugendherberge Stralsund in Devin, wo die Gruppe ihre Unterkunft bezog. Nach ersten gemeinsamen Spielen und einem Spaziergang zur Anlegestelle am Kurhaus Devin klang der Tag bei einem gemeinsamen Abendessen aus.

Der Dienstag stand ganz im Zeichen der historischen Altstadt der Hansestadt Stralsund. Nach dem Frühstück erkundeten die Kinder und Jugendlichen die Innenstadt bei verschiedenen interaktiven Stationen. Besichtigt wurden die bedeutenden Bauwerke der UNESCO-Welterbestadt. Dabei erhielten die Teilnehmenden spannende Einblicke in die Geschichte der Hanse und die Bedeutung des Herings als „Silber des Meeres“ für Handel und Wohlstand der Region. Gemeinsame Aktivitäten auf dem alten Markt und an der Sundpropromenade sorgten zusätzlich für Bewegung und gute Stimmung. Am Nachmittag folgte eine informative Hafenrundfahrt, bei der Stralsund, die Insel Dänholm, der Rügendamm, die Sundbrücke und die umliegende Küstenregion vom Wasser aus entdeckt werden konnten.

Am Mittwoch besuchte die Gruppe das Ozeaneum Stralsund. Dort beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit der Unterwasserwelt der kalten Meere – vom Stralsunder Hafenbecken bis in den Atlantik. Besonders passend zum Projektthema konnten die Teilnehmenden auch das Schwarmverhalten des Herings in einem Aquarium beobachten. Anschließend ging es zurück in die Jugendherberge Devin, wo kreative Kunstworkshops angeboten wurden. Ein besonderer Höhepunkt war das gemeinsame Lagerfeuer mit Stockbrot am Abend. In entspannter Atmosphäre wurde gespielt, erzählt und gemeinsam gefeiert.

Am Donnerstag führte der letzte Programmpunkt die Gruppe in den Zoo Stralsund. Dort konnten die Jugendlichen verschiedene Tierarten entdecken und den gemeinsamen Aufenthalt noch einmal genießen, bevor die Rückreise nach Tanowo angetreten wurde.

Der Jugendaustausch bot allen Beteiligten zahlreiche Möglichkeiten sprachliche und kulturelle Erfahrungen zu sammeln und gemeinsam aktiv und kreativ zu sein. Besonders wertvoll waren die offene Begegnung, das gegenseitige Kennenlernen und die vielen gemeinsamen Erlebnisse, die den deutsch-polnischen Austausch nachhaltig geprägt haben.  Ein symbolischer Höhepunkt des Projekts war der Besuch der Heilgeistkirche mit Hospital in Stralsund, wo der Gedanke von Fürsorge, Gleichheit und Frieden auf besondere Weise spürbar wurde.

Das Programm der Begegnung wurde aus den Mitteln des Bundesministarium des Innern gefördert. Organisiert wurde die Begegnung durch die Kulturreferentin für Pommern und Ostbrandenburg.

In einem abgedunkelten Raum mit blauem Licht liegen mehrere Kinder und Erwachsene entspannt auf geschwungenen Liegeflächen. Sie schauen nach oben zu einer großen Projektion oder Lichtinstallation. Die Atmosphäre wirkt ruhig und meditativ, wie unter Wasser. Im Vordergrund liegen drei Kinder nebeneinander auf einer Liege, daneben stehen Rucksäcke auf dem Boden. Im Hintergrund verteilen sich weitere Besucherinnen und Besucher im Raum.
Im Bann der Tiefsee – zwischen Licht, Klang und schwereloser Ruhe. Beim Rundgang im Ozeaneum. Foto: Ines Morszeck