Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Verfolgte Sozialdemokraten im Mittelpunkt der Gedenkveranstaltung in Greifswald

Anlässlich des bundesweiten Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar fand im Pommerschen Landesmuseum Greifswald eine Gedenkveranstaltung statt, die in diesem Jahr den Blick auf verfolgte Sozialdemokraten und Sozialisten richtete. Im Zentrum stand dabei die Biografie von Fritz Lamm (1906–1995), einem in Stettin geborenen Politiker, Widerstandskämpfer und späteren Umweltaktivisten.

Lamm war bereits als Jugendlicher im deutsch-jüdischen Wanderbund „Kameraden“ politisch aktiv. 1930 trat er der SPD bei, schloss sich jedoch ein Jahr später der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD) an. Nach seiner Verhaftung durch die Nationalsozialisten wurde er wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ verurteilt und in der Haftanstalt Naugard (Nowogard) inhaftiert. Nach seiner Flucht ins Exil kehrte er 1948 nach Stuttgart zurück, wo er sich weiterhin politisch, gewerkschaftlich und ökologisch engagierte.

Die Veranstaltung wurde von der Universität Greifswald und der Universitäts- und Hansestadt Greifswald organisiert. Beteiligt waren zudem das Pommersche Landesmuseum, das Kulturreferat für Pommern und Ostbrandenburg sowie weitere lokale Partnerinstitutionen. Ein thematisch abgestimmtes Rahmenprogramm und musikalische Beiträge der Greifswalder Musikschule begleiteten den Gedenktag.