In Between? Image and Memory

Künstlerische Erinnerung an Opfer des NS-Regimes

Studierende aus sieben europäischen Ländern setzten sich im Rahmen eines Fotografie- und Geschichtsworkshops im August 2019 mit dem Erinnerungsort Piasnitzer Wald (Piaśnica) in Pommerellen auseinander. In der Nähe von Wejherowo (Neustadt), westlich von Gdańsk (Danzig), wurden dort zu Beginn des Zweiten Weltkriegs Tausende Menschen unterschiedlicher Herkunft von den Nationalsozialisten ermordet – darunter auch rund 1.400 Patient:innen aus pommerschen Heil- und Pflegeanstalten.

Insbesondere die Landesheilanstalt Stralsund wurde bereits im November 1939 – noch vor Beginn der zentralen „Aktion T4“ – im Auftrag des Gauleiters Franz Schwede-Coburg geräumt. Die Patienten wurden daraufhin in die Piasnitzer Wälder deportiert und dort erschossen. Insgesamt waren fünf Einrichtungen des pommerschen Provinzialverbands betroffen.

Die Ausstellung „In Between? Image and Memory“ zeigt in der Kulturkirche St. Jakobi Stralsund fotografische Arbeiten, die sich mit der individuellen Wahrnehmung des Ortes und seiner historischen Belastung beschäftigen. Die künstlerischen Beiträge machen die Kraft der Natur, die sichtbaren Spuren und das unsichtbare Leiden der Opfer erfahrbar.

Begleitend zur Ausstellung entstand eine Podcastreihe, da eine gemeinsame Vernissage pandemiebedingt nicht möglich war. Die Ausstellung ist ein Projekt des Europäischen Netzwerks Erinnerung und Solidarität, Warschau, in Kooperation mit der Kulturreferentin für Pommern und Ostbrandenburg am Pommerschen Landesmuseum, dem Helios Hanseklinikum Stralsund, der Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte Alt Rehse e.V. sowie dem Kreisdiakonischen Werk Stralsund e.V.