Krieg, Verbrechen, Technik...

Foto: Arvid Hansmann
Foto: Arvid Hansmann

Deutsch-polnische Fachexkursion entlang der ehemaligen Abschusslinie von Peenemünde nach Łeba (24.–26. Oktober 2018)

Im Oktober begaben sich Studierende der Universitäten Stettin und Greifswald gemeinsam mit Fachleuten auf eine dreitägige deutsch-polnische Exkursion entlang der einstigen Abschusslinie der V2-Rakete – von Peenemünde über Kołobrzeg bis nach Łeba. Ziel der Reise war eine kritische Auseinandersetzung mit der militärtechnischen Geschichte der Region, mit dem Spannungsfeld zwischen Natur und technischer Zivilisation sowie mit unterschiedlichen Formen des Gedenkens und Erinnerns.

Nach einer Einführung im Historisch-Technischen Museum Peenemünde, das zentrale Aspekte der NS-Rüstungsgeschichte thematisiert, führten lokale Experten die Teilnehmer*innen durch eine Reihe weiterer Stationen: das V3-Museum in Zalesie (Laatzig), das Museum der Polnischen Waffen in Kołobrzeg (Kolberg) sowie das Museum des ehemaligen Raketenversuchspolygons in Rąbka (Rumbke) bei Łeba (Leba). Die fachkundigen Führungen wurden jeweils durch intensive Diskussionen zur Aufarbeitung der Orte und zur Vermittlung militärhistorischer Inhalte ergänzt.

Die Exkursion eröffnete Einblicke in die vielfach verdrängte Geschichte der NS-Raketenforschung sowie deren Spuren auf dem heutigen Gebiet Polens. Auch Unterschiede in der Erinnerungskultur traten deutlich zutage – ebenso wie das Potenzial, durch gemeinsame Bildung Formate für einen grenzüberschreitenden, kritischen Diskurs zu schaffen.

Stimmen der Teilnehmer*innen machten die Wirkung der Reise deutlich: „Man darf nicht über Krieg sprechen, ohne politische Aspekte und die Opferperspektive zu berücksichtigen.“ – „Die lebendige Geschichte des Ortes spricht mich an.“ – „Polnische Besucher nehmen den Ort häufig anders wahr als deutsche.“

Ein Kooperationsprojektmit dem Historisch-Technischen Museums Peenemünde und der Universität Stettin.