Künstlerische Intervention erinnert an NS-Deportation

Künstlerische Intervention „Übung“ von Natalia Szostak und Weronika Fibich.
Künstlerische Intervention „Übung“ von Natalia Szostak und Weronika Fibich.

Installation „Übung“ in Stettin Zabelsdorf (Niebuszewo)

Mit ihrer eindringlichen Installation „Übung“ setzen sich die Künstlerinnen Natalia Szostak und Weronika Fibich mit einem der dunkelsten Kapitel der pommerschen Geschichte auseinander: der ersten organisierten Deportation von Jüdinnen und Juden aus dem Deutschen Reich im Februar 1940. In der Nacht vom 12. auf den 13. Februar wurden 1.124 jüdische Menschen aus dem Regierungsbezirk Stettin festgenommen – darunter 846 aus Stettin. Nach ihrer Ankunft im provisorischen Lager in Lublin wurden sie in Städte wie Piaski, Bełżyce und Głusk verbracht, wo sie in jüdische Haushalte eingewiesen und anschließend in Ghettos gebracht wurden.

Dies war die erste organisierte Deportation aus dem Gebiet des sogenannten Altreichs, in der Juden und Jüdinnen, deutsche Staatsbürger und Staatsbürgerinnen, in die eroberten polnischen Gebiete abgeschoben wurden. Dies diente als eine Art „Übung“, um in den folgenden Jahren den reibungslosen Ablauf weiterer Deportationen in beinahe ganz Europa zu erreichen. Natalia Szostak und Weronika Fibich setzten sich mit der Geschichte der Stettiner Jüdinnen und Juden künstlerisch auseinander. Sie markierten Orte identifizierter Abwesender. Denn „Sarah“ und „Israel“ hatten ihre eigenen Vornamen, eigene Häuser und Teilten ein Schicksal. Weitere Projektpartner: Soziokulturelle Gesellschaft der Juden (TSKŻ) in Stettin (Szczecin), Trafostacja Sztuki in Stettin, Kunstakademie in Stettin. Projektleader: Theater Kana, Künstlerinnen: Natalia Szostak, Weronika Fibich