Neue Museumsarchitektur in der Dreistadt

Foto: Paweł Migdalski

Auf den Spuren von Krieg, Wandel und Solidarność – eine Studienreise durch die museale Topografie der Dreistadt

Vom 12. bis 14. April begaben sich Teilnehmende aus Deutschland und Polen im Rahmen eines gemeinsamen Projekts der Universität Szczecin, des Zespół Dworsko-Parkowy w Kulicach und der Kulturreferentin für Pommern und Ostbrandenburg am Pommerschen Landesmuseum auf eine intensive Studienreise nach Danzig (Gdańsk), Zoppot (Sopot) und Gdingen (Gdynia).

Im Zentrum stand der Besuch des 2017 eröffneten Museums des Zweiten Weltkrieges, einer der bedeutendsten zeitgeschichtlichen Neugründungen im heutigen Polen. Neben der eindrucksvoll gestalteten Dauerausstellung beeindruckte vor allem die altersgerechte Kinderausstellung sowie die architektonische Symbolik des Gebäudes.

Auf dem Programm standen außerdem Besuche im Europäischen Solidarność-Zentrum – mit seiner symbolträchtigen Architektur auf dem Gelände der ehemaligen Lenin-Werft – sowie im Museum der Stadt Gdingen, dessen neue Dauerausstellung auf kleiner Fläche ein eigenständiges didaktisches Konzept mit analogen und mechanischen Vermittlungsformen verfolgt.

Die Studienreise bot tiefgehende Einblicke in die dynamische Museumslandschaft Polens seit der Jahrtausendwende. Seit 2011 sind über 160 neue museale Einrichtungen entstanden, viele davon mit politisch-historischem Fokus. Neben ihrer musealen Funktion verstehen sich viele dieser Häuser als Orte des Dialogs, der Erinnerung und der zivilgesellschaftlichen Auseinandersetzung – deutlich sichtbar in der Dreistadt, die drei Schlüsselmomente der jüngeren polnischen Geschichte museal inszeniert: den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, den Aufbau der Zweiten Republik und den Aufstieg der Solidarność-Bewegung.