Am 22. November 2018 wurde im Rahmen des Festivals polenmARkT im Pommerschen Landesmuseum der neueste Dokumentarfilm des Regisseurs Michał Majerski gezeigt: „Es war einmal Pommern“ (Było sobie Pomorze). Genau einen Monat nach der Premiere in Stettin/Szczecin bot die Veranstaltung dem Publikum in Greifswald die seltene Gelegenheit, den Film mit dem Regisseur persönlich zu erleben und im anschließenden Gespräch mit ihm zu diskutieren.
Das moderierte Filmgespräch übernahm Martin Hanf, Pädagoge, Radiomoderator und ausgewiesener Grenzlandexperte. Der Film selbst entfaltet ein vielschichtiges Porträt Pommerns – erzählt durch über 40 Zeitzeug:innen aus Polen und Deutschland, die Erinnerungen, Reflexionen und auch Widersprüche zur Geschichte und Gegenwart der Region schildern. Ihre Erzählungen kreisen um Fragen der Identität, des kollektiven Gedächtnisses, des Verlorengehens und des Erinnerns.
Majerski ergänzt diese Gespräche durch poetische Landschaftsbilder und fiktionale Einschübe, die den filmischen Rahmen öffnen. Besonders beeindruckend sind die leisen, persönlichen Momente: etwa wenn der Stettiner Architekt und Autor Leszek Herman seine Faszination für vergessene pommersche Legenden schildert oder der Schriftsteller Artur Liskowacki in provokativen Gedanken die Idee eines radikalen Vergessens äußert.
Der Regisseur hat das Projekt über viele Jahre hinweg mit großem persönlichem Engagement realisiert – bisher ohne institutionellen Verleih. Umso wichtiger war es, dass das Publikum in Greifswald den Film mit großem Interesse aufnahm, zahlreiche Fragen stellte und sich lebhaft an der Diskussion beteiligte. Die Vorführung zeigte einmal mehr, wie stark das Thema der pommerschen Identität auch heute noch emotional bewegt – über Ländergrenzen hinweg.
Ein begeisterter Artikel im Kurier Szczeciński würdigte den Film nach der Uraufführung als „einzigartiges Dokument […] mit Stimmen von über vierzig Protagonisten“ und betonte: „Filme von Michał Majerski sind persönlich und emotional – sie fällen keine schnellen Urteile, sondern konzentrieren sich darauf, in erster Linie die Gesprächspartner zu zeigen.“