Peter Joseph Lenné an der Ostsee

Die Gründung des Kurparks. Eine Spurensuche in Swinemünde

Begleitveranstaltung zur Ausstellung „Meisterhaft wie selten einer – die Gärten Peter Joseph Lennés zwischen Schlesien und Pommern“

Wie hat Lenné Swinemünde bei seinem Besuch 1826 vorgefunden? Mit dieser Leitfrage begaben sich die Ausstellungsbesucher und Besucherinnen, zusammen mit dem Stadtführer, Dr. Wolfgang Abraham auf eine Spurensuche in die Straßen von Swinemünde (Świnoujście).

Schon seit 1739 wurde vor die Mündung der Swine durch die Meeresströmung Sand abgelagert. Die so über Jahrzehnte entstandene, größere Landfläche wurde zur Trockenlegung mit Erlen bepflanzt und teilweise auch als Acker (so genannte Plantage) genutzt. Die sternförmigen Wege, die sich größtenteils bis heute im Bereich des heutigen Kurparks erhalten haben, stehen vermutlich im Zusammenhang mit der militärischen Nutzung des Geländes und den errichteten Packwerken. Zu Lennés ersten Entscheidungen bei der Ausführung seines Auftrags gehörte das Auslichten der zu diesem Zeitpunkt schon recht dichten Waldfläche. Dies stieß vermutlich auf massive Kritik der Swinemünder. Durch die Änderung der wirtschaftlichen und politischen Lage und die Gefährdung der Arbeitsplätze musste in der Hafenstadt an der Swine ein Umdenken erfolgen. Die Entscheidung fiel auf die Entwicklung des Kurbetriebes. Da ein Kurort nicht ohne Kurpark denkbar war, wurde kurzerhand über die Anlage des Parks entschieden. 

Dr. Wolfgang Abraham führte die Ausstellungsbesucher zum besseren Verständnis des damaligen Stadtbildes an sorgfältig ausgewählte Standorte: Zum Beispiel in die ehemalige Lotsenstrasse (ul. Bohaterów Września) bis zur Kreuzung mit der Wasserstraße (ul. Jana z Kolna), wo noch 100 Jahre vor Lennés Besuch in Swinemünde die Uferlinie der Ostsee verlief. Durch die Gartenstraße (ul. Monte Casino) gelangten früher die Swinemünder und Swinemünderinnen zu ihren Hausgärten. An der Ecke von ul. Mieszko I und ul. Maurycy Beniowski gelangte die Gruppe schließlich zum Lenné-Platz (Skwer Lennego – auf dem Foto). Dieser Ort erinnert an das Wirken von Peter Joseph Lenné in diesem Bereich des Parks und wurde währen der letzten großen Parksanierung mit einer entsprechenden Tafel versehen. Heute hat sich in der Umgebung nur wenig von dem eigentlichen Konzept Lennés erhalten – erklärt Dr. Wolfgang Abraham und fügt abschließend hinzu: „wir sind nüchtern, aber auch stolz über die Spuren von Lenné in Swinemünde.“

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa und dem Fischereimuseum in Swinemünde.