Pommersche Pomologietage 2025

Fach- und Publikumstage des Pomologen-Vereins, Landesgruppe MV

Text von Dorota Makrutzki

Am 8. und 9. November 2025 fanden in Greifswald zum zweiten Mal die Pommerschen Pomologietage statt – ein regionales Forum für Obstkultur, das vom Pomologen-Verein in Kooperation mit dem Kulturreferat für Pommern und Ostbrandenburg sowie dem Pommerschen Landesmuseum organisiert wurde. Die Veranstaltung zog Kernobstfans, Fachleute und zahlreiche Interessierte an, die sich zwei Tage lang intensiv mit der Welt des Kernobstes beschäftigten.

Das Organisationsteam begrüßte an beiden Tagen mehr als 300 Besuchende der Pomologietage. Besonders beeindruckend für das Publikum war die Kernobstschau des Sortengartens Waldeshöhe, die mit einer beachtlichen Vielfalt an Apfelsorten überzeugte. Diese Schau faszinierte nicht nur durch die große geschmackliche und historische Bandbreite der gezeigten Sorten, sondern auch durch die spannenden Geschichten, die mit den alten Apfelsorten und ihrem Anbau verbunden sind. Ihre Verwendung und besonderen Qualitäten boten den Besucherinnen und Besucher interessante Einblicke in vergangene Zeiten und die Entwicklung der Obstkultur.

Pomologinnen und Pomologen nutzten die Gelegenheit, den Gästen wertvolle Anregungen zu geben, wie der Erhalt und die Pflege solcher alten Sorten zur Förderung der Biodiversität beitragen können. „Diese Sorten sind nicht nur ein Teil unserer Geschichte, sondern spielen auch eine wichtige Rolle im ökologischen Gleichgewicht“, betonten die Fachleute.

Ein Apfelfest für alle Generationen

Die Veranstaltung war das Ergebnis einer lebendigen Zusammenarbeit verschiedener Partnerorganisationen, die Pommern durch ihre obstkundliche und historische Arbeit miteinander vernetzten. Unter anderem beteiligten sich neben dem Pomologen-Verein an der Organisation auch die ÜberMorgen gGmbH, der Sortengarten Ranzin, die Obstsortensammlung Waldeshöhe, die Universität Greifswald sowie weitere Initiativen. Mit einem Grußwort eröffnete die zweite stellvertretende Bürgerschaftspräsidentin Kira Wisnewski die Veranstaltung. Das Programm war vielseitig und bot für jedes Interesse etwas: eine große Kernobstschau, Sortenbestimmungen, Verkostungen, Verkaufs- und Informationsstände sowie kreative Mitmachangebote.

Der Samstag war besonders für das breite Publikum gedacht und verwandelte sich in ein lebendiges Fest für alle, die die Vielfalt der Obstsorten lieben oder neu entdecken wollten. Bei Verkostungen und einem bunten Rahmenprogramm konnten die Besucherinnen und Besucher mehr über die Arbeit des Pomologen-Vereins erfahren, Einblicke in historische Hintergründe gewinnen, an Führungen in der Dauerausstellung teilnehmen und ihre eigenen Apfel- und Birnensorten bestimmen lassen. Zu den Gästen gehörte auch Prof. Dr. Michael Succow, der von der Initiative der Pomologinnen und Pomologen sichtlich angetan war.

Fachlicher Austausch am Sonntag

Der Sonntag war dem fachlichen Austausch gewidmet. Die Mitglieder des Pomologen-Vereins Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern trafen sich am Vormittag zu ihrer Jahressitzung, bevor am Nachmittag Fachvorträge und Präsentationen zur Pomologie und Sortenkunde auf dem Programm standen. Diese richteten sich sowohl an interessierte Laien als auch an Expertinnen und Experten, die sich vertieft mit der Obstkultur und den damit verbundenen Themen auseinandersetzen wollten.

Die Streuobstwiesen wurden im Rahmen des Vortragsprogramms auch thematisiert. Seit ihrer Anerkennung als immaterielles Kulturerbe in Deutschland steht ihr Erhalt beispielhaft für den verantwortungsvollen Umgang mit regionaler Vielfalt und handwerklicher Obstkultur. In Pommern tragen Initiativen wie die des Sortengartens Waldeshöhe oder der Streuobstsortengarten Ranzin maßgeblich dazu bei, dieses lebendige Erbe im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern zu bewahren und an kommende Generationen weiterzugeben.

Aus dem Nationalpark Drawa in Polen war Ewa Wnuk-Gławdel angereist, die über die Fortschritte beim Erhalt der alten Sortenkulturen in den ehemals deutschen Ortschaften berichtete, die heute innerhalb der Parkgrenzen liegen.

Die Pommerschen Pomologietage 2025 waren ein großer Erfolg und trugen dazu bei, das Wissen über regionale Obstsorten zu vertiefen und die Bedeutung der Sortenvielfalt in der Obstkultur zu würdigen. Das Event bot sowohl Fachleuten als auch Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtnern wertvolle Einblicke und anregende Gespräche.

Die Pomologietage in Vorpommern finden alle zwei Jahre statt. Das nächste Fest ist für November 2027 vorgesehen.

Die Veranstaltung wurde gefördert durch das Bundesministerium des Innern, die Landstiftung und die Ausgleichsagentur Nord.

Die Pommerschen Pomologietage 2025 haben erneut gezeigt, wie wichtig es ist, Wissen über Obstkultur zu bewahren und weiterzugeben, und wie eine enge Zusammenarbeit von Akteurinnen und Akteuren aus dem obstkundlichen und historischen Bereich zum Erhalt der regionalen Sortenvielfalt- und Kultur beitragen kann.

 

Sortenbestimmung mit Jens Meyer und Ulrike Gisbier.
Sortenbestimmung mit Jens Meyer und Ulrike Gisbier. Foto: Dorota Makrutzki
Verkostung der Birnen mit Jens Meyer.
Verkostung der Birnen mit Jens Meyer. Foto: Dorota Makrutzki
Peter Markgraf und Jens Meyer, im Hintergrund die Obstsortensammlung Waldeshöhe. Foto: Dorota Makrutzki
Peter Markgraf und Jens Meyer in der Obstsortensammlung Waldeshöhe. Foto: Dorota Makrutzki
Streuobstprodukte am Verkaufsstand von Sebastian und Franziska Weiland, Sortengarten Ranzin. Foto: Dorota Makrutzki
Streuobstprodukte von Franziska und Sebastian Weiland, Sortengarten Ranzin. Foto: Dorota Makrutzki