Die Schenkung der Familie Pompe

Schwarz-weißes Familienfoto: Ehepaar Anna und Adolf Pompe mit Sohn Walter. Foto: Archiv Pommersches Landesmuseum
Ehepaar Anna und Adolf Pompe mit Sohn Walter. Foto: Archiv Pommersches Landesmuseum

„Jetzt bin ich im Wandern“

Im Frühling 2025 standen in der hellen Museumsstraße Mitarbeitende des Pommerschen Landesmuseum staunend um Druckstöcke, einen gläsernen Krug und Briefe aus dem 19. Jahrhundert. Der Anlass war einmalig: Dank der Vermittlung der Direktorin Dr. Ruth Slenczka schenkten die Erben von Adolf Pompe dem Haus Schriftstücke und Objekte aus dem Nachlass der Familie. Sie übergaben zudem das originale Autograf des Pommernlieds: Der Verfasser verschriftlichte es erstmals in einem Brief an seine Mutter.

Adolf Pompe studierte in Halle an der Saale, als er die Zeilen über seine Heimatregion Pommern dichtete. Den Text schickte er 1852 an seine Mutter Henriette Wilhelmine mit der Überschrift „Heimath!“. Das Lied etablierte sich zur Landeshymne. Die Schenkung ermöglicht einen Anstoß zu einer weiteren Auseinandersetzung mit dem historischen Entstehungskontext und der Rezeptionsgeschichte bis in die heutige Zeit. Zwei Druckstöcke von dem „Pommernlied“ erlauben Rückschlüsse zur Verbreitung und auch zur Etablierung eines Kultes um Pompe und das Lied.

Die überlassenen Dokumente und Gegenstände geben jedoch darüber hinaus einen Einblick in Geschichten einer pommerschen Familie. Ein großes Konvolut an Briefen spiegelt Adolf Pompes enges Verhältnis zur Verwandtschaft und dem Kontext der christlichen „Erweckungsbewegung“ in Pommern wider. Ein Krug aus dem Jahr 1853 und eine Jacke sind Beispiele seiner Mitgliedschaft in der christlichen Studentenverbindung „Wingolf“ in Halle.

Der in Stettin (heute Szczecin) geborene Pompe verstarb 1889 in Demmin. Eine Straße erinnert an den Theologen und Dichter. Die vielfältige und großzügige Schenkung kann eine vertiefte historische Aufarbeitung der Biografie und Liedgeschichte ermöglichen.

Ein ausdrücklicher Dank gilt den Nachfahren von Adolf Pompe, durch deren historisches Bewusstsein die Objekte und Dokumente im Archiv des Pommerschen Landesmuseums erfasst und gesichert werden konnten. Zusammen mit der Familie Pompe, mit der Universität Greifswald und seinem Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft, dem Kulturreferat für Pommern und Ostbrandenburg, dem Pommerschen Greif e.V. und der Gesellschaft für Pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst e.V. konnte eine vielseitige Veranstaltung zur Schenkung am 31. Januar 2026 geplant werden:

Zur Veranstaltungsankündigung

 

Text: Marie Lührs
Online-Redaktion: Dorota Makrutzki, Julia Kruse

 

Über die Rubrik: Neu im Museum
Unter dieser Rubrik stellt das Pommersche Landesmuseum regelmäßig neue Objekte vor: Leihgaben, Schenkungen oder Ankäufe aus den verschiedensten Bereichen der pommerschen Kultur, Kunst und Geschichte. Hier erwarten Sie spannende Einblicke in unsere Ausstellungen, Archive und Depots. Viel Spaß beim Lesen!

Ein Gruppenfoto mit 10 Personen vor einem Fenster mit Blick ins Grüne. Sie halten eine Jacke und ein Buch und lächeln freundlich.
Angehörige der Familie Pompe überreichen im Mai 2025 die großzügige Schenkung an die Direktorin des Pommerschen Landesmuseum Dr. Ruth Slenczka, Foto: Pauline Kudell
Ein Krug aus hellem milchigem Glas, facettiert, mit einem metallenen Deckel, von der Seite gesehen.
Ein Krug zu Ostern von Adolf Pompe, Der Wingolf, 1853.
Detailansicht des Krugdeckels von oben gesehen, darauf kann man lesen: Der Wingolf, Pompe, Ostern 1853
Detailansicht: Der Deckel des Krugs. Der Wingolf, Ostern 1853
Eine Seite eines Briefs, handschriftlich in Sütterlin. Die untere Hälfte nehmen vier Gedichtstrophen ein.
Zweite Seite des Briefs Adolf Pompes an seine Mutter, 19. März 1852. Unter der Überschrift „Heimath!“ beginnt das „Pommernlied“.
Dreiteiliger Druckstock, aus dunklem Metall. Man sieht spiegelverkehrte Buchstabenreihen, die insgesamt sechs Strophen formen.
Dreiteiliger Druckstock des „Pommernlieds“, Kopie aus dem Brief Adolf Pompes an seine Mutter, 19. März 1852