Stettin im Schatten Breslaus?

Podiumsdiskussion über zwei Odermetropolen im Wandel

Am 23. November 2016 lud das Pommersche Landesmuseum mit der Kulturreferentin zur Podiumsdiskussion „Stettin im Schatten Breslaus? Zwei Odermetropolen im Vergleich“ nach Greifswald ein. Die gut besuchte Veranstaltung warf einen differenzierten Blick auf die Nachkriegsgeschichte und aktuelle Entwicklung zweier bedeutender Städte an der Oder: Breslau (Wrocław) und Stettin (Szczecin).

Den Auftakt gestaltete Moderator Dr. Jan Musekamp (Historiker) mit einem pointierten Einführungsvortrag, der markante Unterschiede zwischen beiden Städten nach 1945 beleuchtete. Während Breslau früh nationale Symbolkraft für das neue Polen entwickelte, blieb Stettin lange im Schatten – politisch, wirtschaftlich und kulturell. Doch inzwischen verzeichnet die pommersche Hafenstadt eine bemerkenswerte Dynamik.

Im anschließenden Podiumsgespräch diskutierten die Breslau-Kennerin und Autorin Dr. Roswitha Schieb, die Leiterin des Dialogzentrums „Przełomy“ in Stettin, Agnieszka Kuchcińska-Kurcz, sowie der Stettiner Architekt und Bestsellerautor Leszek Herman. Die Experten beleuchteten unterschiedliche Aspekte der Stadtentwicklung, des kollektiven Gedächtnisses und der literarischen Verarbeitung der wechselvollen Geschichte Stettins. Dabei wurde deutlich: Stettin hat seinen eigenen Weg genommen – zunehmend als urbaner Raum mit eigenem Selbstbewusstsein und kultureller Strahlkraft in die Region.

Die Veranstaltung wurde simultan gedolmetscht und war Teil einer Reihe zur polnisch-deutschen Erinnerungskultur.