Studienreise zur jüdischen Geschichte

Foto: Matthias Huehr
Foto: Matthias Huehr

Studienreise von Stettin (Szczecin) ins POLIN-Museum nach Warschau (Warszawa)

Im Rahmen einer mehrtägigen Studienreise setzten sich die Teilnehmenden intensiv mit der Geschichte der jüdischen Gemeinde in der ehemaligen pommerschen Hauptstadt Stettin (Szczecin) auseinander – vor und nach 1945. Die Stadt war Schauplatz eines besonders tragischen Kapitels der deutschen Geschichte: Bereits im Februar 1940, lange vor den großen Deportationen aus anderen Regionen, wurden rund 1.124 Stettiner Jüdinnen und Juden in das Generalgouvernement verschleppt – die erste Maßnahme dieser Art im nationalsozialistischen Deutschland. Später wurden sie im Zuge der „Aktion Reinhardt“ ermordet.

Nach Kriegsende stellte Stettin neben Breslau und Niederschlesien schließlich das zweite Zentrum der Ansiedlung „repatriierter“ polnischer Juden dar. Im Rahmen der Studienreise wurde dieses doppelte jüdische Kulturerbe Pommerns den Teilnehmenden näher gebracht. Die Studienreise begann inhaltlich schon auf dem Stettiner Hauptbahnhof, von wo aus sich die Exkursionsgruppe weiter nach Warschau begab. Der Höhepunkt der Studienreise war der Besuch im Museum der Geschichte der Polnischen Juden POLIN, dem Europäischen Museum des Jahres 2016 und ein Treffen mit Albert Stankowski. Dort lernten die Teilnehmer mehr über die Kultur und Geschichte der jüdischen Nachkriegsbevölkerung Stettins sowie ihre Herkunftsgemeinden, die sich über das ganze Territorium der zweiten Polnischen Republik erstreckten. Die Gruppenleitung übernahm der Historiker und Forscher der jüdischen Geschichte Stettins, Achim Wörn.

Die Studienreise vermittelte auf bewegende Weise, wie eng Verlust, Wiederaufbau und Erinnerung in der jüdischen Geschichte Pommerns miteinander verbunden sind.

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