Über Orte und Grenzen

Zeitzeugengespräch und Tanzabend im Ballhaus Pampow

Wie war das Leben an der Grenze zwischen Deutschland und Polen? Was hat sich über die Jahrzehnte verändert? Und wie erlebten die Menschen selbst diese Entwicklungen? Am 1. Juni 2018 trafen sich Einwohner*innen aus Pampow, Stolzenburg (Stolec) und Blankensee im Ballhaus Pampow. Unter dem Motto „Über Orte und Grenzen“ kamen sie ins Gespräch – über ihr Leben in der Grenzregion von den 1960er Jahren bis heute. Eingeladen hatte der Heimatverein Pampow in Kooperation mit dem Theaterzentrum Kana, Judith Ferreras Expósito und Malik Meyer.

Der Austausch wurde durch ein ungewöhnliches, aber effektives Format angeregt: vorbereitete Stichworte, per Los gezogen, bestimmten jeweils das Gesprächsthema – von „grenzübergreifender Liebe“ über „Friedens- und Freundschaftsgrenze“ bis zu „Arbeiten in der Metropole Stettin“. So entstand ein lebendiger, generationsübergreifender Dialog über den Alltag, Erinnerungen und Perspektiven in der Grenzregion.

Persönliche Geschichten machten den Abend zu etwas ganz Besonderem. So berichtete etwa Edelgard: „Mein Hochzeitskleid habe ich 1974 in einem kleinen Laden in Polen gekauft … ich habe es heute noch. Es ist ganz aus Spitze und hat am Hals, an den Ärmeln und am Saum Rüschen. Danach hatte ich es nur noch einmal an – bei der Hochzeit meiner Freundin. Ich habe es umgefärbt, jetzt ist es lachsfarben.“

Die Veranstaltung schlug eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart und ermöglichte, bei Kaffee und Musik, einen Austausch jenseits politischer Grenzen – mitten im Stettiner Zipfel".