Zwischen Pommern und Brandenburg

Foto: Silke Lenz
Foto: Silke Lenz

Schüler*innen aus Deutschland und Polen erkundeten mit Theatermitteln historische und persönliche Grenzerfahrungen am ehemaligen Rittergut Bröllin

Vom 14. bis 17. Mai 2018 kamen 23 Schüler*innen aus Polen und Deutschland im Schloss Bröllin zu einem mehrtägigen Theaterworkshop zusammen. Teilnehmende waren Schüler*innen des Evangelischen Schulzentrums „Martinschule“ Greifswald, des Sonderschulzentrums in Falkenwalde (Specjalny Ośrodek Szkolno-Wychowawczy w Tanowie) sowie des Jugendschulzentrums in Augustwalde (Młodzieżowy Ośrodek Socjoterapii w Wielgowie). Inhaltlich kreisten die Workshops um zwei zentrale Themen: die historische Grenze zwischen Pommern und Brandenburg sowie die Lebenswelt von Kindern auf einem Gutshof.

Das Rittergut Bröllin liegt sechs Kilometer südlich von Pasewalk und somit bereits im Gebiet der früheren Preußischen Uckermark, die zur Mark Brandenburg gehörte. Von „Uckermark“ spricht man seit 1250, als der gesamte Landstrich aus dem Besitz der Pommernherzöge auf den Markgrafen von Brandenburg überging. Nach dem Dreißigjährigen Krieg blieb das Territorium brandenburgisch, während das benachbarte Pommern zu Schweden kam. Dies führte in der Folge immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen diesen beiden Mächten und erheblichen Folgen für die Bevölkerung. Mit dem Frieden von 1720 wurde der Teil Pommerns südlich der Peene zusammen mit Usedom und Wollin preußisch. Im Jahre 1945 wurden die nördlichen Teile der Uckermark in den Kreis Randow und somit auch zu Mecklenburg-Vorpommern aufgenommen. Auch nach der Gebietsreform 1990 blieben kleine uckermärkische Gebiete um Straßburg und südlich von Pasewalk innerhalb des neuen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Seit der Kreisgebietsreform 2011 ist Bröllin als Ortsteil von Fahrenwalde ein Teil des Landkreises Vorpommern-Greifswald. Inspiriert durch die Lage des Standortes zwischen den historischen Provinzen Pommern und Brandenburg (und fast genau in der Mitte zwischen Projektpartnern aus Polen und Deutschland) widmeten sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Begegnung sowohl den historischen als auch soziokulturellen Aspekten der Grenze.

Begleitet von Silke Lenz als Theaterpädagogin näherten sich die Teilnehmenden diesen Themen auf kreative Weise. Mittels theaterpädagogischer Methoden und künstlerischer Ausdrucksformen entstanden kleine Szenen, eigene Wappen, Spielzeuge und weitere künstlerische Arbeiten. Die Infrastruktur des Gutshofes wurde dabei aktiv in das Workshopgeschehen einbezogen. Höhepunkt der Projekttage war eine öffentliche Abschlusspräsentation, bei der die Jugendlichen ihre erarbeiteten Theateretüden aufführten und ihre Werke in einer kleinen Ausstellung präsentierten.