STÖRTEBEKER

Grafische Arbeiten von Armin Münch zu der berühmten Piratenlegende aus dem Bestand des Pommerschen Landesmuseums

Kabinettausstellung im Foyer des Pommerschen Landesmuseums

 

12. Mai – 31. Juli 2022

Bereits seit seiner Kindheit begeisterte sich der spätere Zeichner und Illustrator Armin Münch (1930 – 2013) für das Meer.
Nach der Lektüre von Willi Bredels 1950 erschienenen Roman „Die Vitalienbrüder“ und nach einem Urlaub auf Rügen, wo die Einheimischen ihm Störtebeker-Schlupfwinkel zeigten, begann Münch sich für die dramatische Piratenlegende des hier an der Küste tief verwurzelten Volkshelden Klaus Störtebeker zu interessieren und dessen Leben und Kampf in zahlreichen Zeichnungen, Radierungen und Holzschnitten darzustellen.
Anlässlich der Wiederaufführung von Kurt Barthels (KuBa) dramatischer Balladenfassung „Klaus Störtebeker“, die bereits unter der Regie von Hanns Anselm Perten 1959 unter freiem Himmel mit Hunderten von Menschen, Volks-und Berufskünstlern, mit Schiffen und Pferden vor der Naturkulisse des Großen Jasmunder Boddens in Ralswiek uraufgeführt wurde, entstand 1980 ein neuer Zyklus zum Thema, für den der Künstler im Auftrag des Bezirkes Rostock einundzwanzig lavierte Federzeichnungen schuf.
Gezeigt werden frühe Radierungen, Lithografien, Holzschnitte und das komplette 1980 erschienene Mappenwerk „Störtebeker“ nach den lavierten Federzeichnungen.
Mit diesem eigenständigen Werk innerhalb des Gesamtschaffens von Armin Münch gewährt das Pommersche Landesmuseum innerhalb der Reihe der Kabinettausstellungen erneut einen kleinen Einblick in die großzügige Schenkung, die es in den letzten Lebenstagen des Künstlers erhielt.
Die ausgestellten grafischen Blätter sind ein Zeugnis für die zeichnerische Vitalität Münchs und seine von Humanismus und sozialer Gerechtigkeit zutiefst geprägten lebenslangen menschlichen Haltung.
Mit den ihm gegebenen eigenen Ausdrucksmöglichkeiten, einen historischen Stoff aus dem Ausgang des 14. Jahrhunderts für die Gegenwart neu zu beleben, beweist er eindrucksvoll, dass er nicht zu Unrecht als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Zeichner Mecklenburg-Vorpommerns galt.

 

Alle Informationen zu den Begleitveranstaltungen finden Sie in unserem Veranstaltungsprogramm – folgen Sie den Piratenschiffen!

 

Wir bieten auch Führungen für Gruppen durch die Sonderausstellung an. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Korinna Friedrichs (Tel.: +49 (0) 3834 83 12 22, friedrichs(at)pommersches-landesmuseum.de)

 

Vorschau:

Zwinger • Palmers Pausen • Schenkung: 16.08. – 31.08.2022

„Rudolf-Virchow-Projekt“ zum 120. Todestag: Sept. – Okt. 2022

Götz Lemberg „O_D_E_R-CUTS“. Porträt einer Grenz.Fluss.Landschaft: Nov. 2022 – Jan. 2023

 

Die Geschichte Pommerns im 20. Jahrhundert – Vollendung der landesgeschichtlichen Dauerausstellung

Vom Ersten Weltkrieg bis zum Beitritt Polens zum Schengener Abkommen

 

Einen ersten Eindruck von der Ausstellung vermittelt Ihnen unser Film.

 

Das 20. Jahrhundert mit seinen Kriegen, vielfachen Systembrüchen und dem gewaltigen Bevölkerungsaustausch bedeutete für die Region die vielleicht größte Zäsur in ihrer Geschichte. Schließlich verschwand der Name Pommern in der DDR fast vollständig. Erst in den letzten 30 Jahren besinnt sich die Region wieder zunehmend auf über Jahrhunderte gewachsene Strukturen. Die Ausstellung zeigt die zahlreichen Facetten dieser Brüche und Kontinuitäten.

 

Neben aussagekräftigen Objekten ergänzen aufwendige Medienstationen und Installationen die Ausstellung, über die vor allem biographische Zugänge zu einzelnen Themenkomplexen angeboten werden.

 

Das Ausstellungsvorhaben realisiert das Pommersche Landesmuseum im Rahmen des Projektes „Gemeinsames Erbe, gemeinsame Zukunft. Die pommerschen Zentralmuseen präsentieren die Geschichte und Kultur Pommerns gemeinsam“ mit dem Stettiner Nationalmuseum (Muzeum Narodowe w Szczecinie). Das Projekt wird gefördert durch das Interreg-V-A-Programm der Europäischen Union.

 

Unser Plakatmotiv: Wieso befindet sich eine Milchkanne voller Wäsche im Museum?

 

Diese Milchkanne vergrub Willi Bock 1945 vor seiner Flucht auf dem Friedhof von Lebafelde (Żarnowska) in Hinterpommern. Darin versteckte er Nacht- und Tischwäsche. Über sechzig Jahre blieb sie in der Erde verborgen. Erst als der Bund der Lebaer den Friedhof wieder instand setzte, wurde sie zufällig wiedergefunden – mit bemerkenswert gut erhaltenem Inhalt.
Diese Objekte sind in unserer neuen Dauerausstellung „Pommern im 20. Jahrhundert“ zu sehen und stehen für eine persönliche Fluchtgeschichte. Auch Alltagsgegenstände, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken, können spannende Geschichten erzählen!

 

Weitere Dauerausstellungen und Gemäldesammlung

Pommern – Land am Meer

Landesgeschichtliche Dauerausstellung

 

14.000 Jahre wechselvoller Geschichte an der südlichen Ostseeküste präsentieren sich zwischen ehemaliger Franziskanerkirche und Stadtmauer – in einem preisgekrönten Bauensemble, das in imposanter Weise Mittelalter, Klassizismus und Moderne miteinander verbindet. Vom Jahrmillionen alten steinernen Fundament über den Bernstein bis zu den landschaftsprägenden Auswirkungen der Eiszeit wird die Bildung der pommerschen Landschaft erfahrbar.

 

Verschiedenartige Exponate zeichnen ein vielgestaltiges Bild der Entwicklung Pommerns seit den ersten Jägern und Sammlern. Mit einer außergewöhnlich spannenden Fundgeschichte glänzt der 2 kg schwere Goldring aus den Wirren der Völkerwanderungszeit. Einen beeindruckenden Höhepunkt bildet der einzigartige 30 m2 große Croy-Teppich, ein Zeugnis der hohen Kultur am Hofe der Greifen, des pommerschen Herrschergeschlechts.

 

„Pommernland ist abgebrannt“ – der Dreißigjährige Krieg wütet fürchterlich. Danach regiert Schweden neben Brandenburg fast 200 Jahre lang Teile Pommerns. In der Preußenzeit schließlich werden aus Fischerdörfern mondäne Bäder. Eindrucksvoll präsentiert sich die Prunkvase von Eldena, die dem Direktor der Landwirtschaftsakademie Eldena 1837 von seinen dankbaren Studenten überreicht wurde.

Caspar David Friedrich und mehr ...

„Publikumslieblinge“ der Gemäldesammlung

 

Die Galerie des Pommerschen Landesmuseums wird in den nächsten Jahren mit dem Schwerpunkt Romantik umgestaltet. Als Neubau tritt eine „Kapelle“ hinzu, die den Besucher auf das Werk Caspar David Friedrichs einstimmen soll. Während der Bauzeit werden die „Publikumslieblinge“ unserer hochkarätigen Sammlung im Konventshaus ausgestellt. Frans Hals, Caspar David Friedrich und van Gogh freuen sich unter neuen „Nachbarn“ auch weiterhin auf Ihren Besuch!