Sonderausstellung:
Blutiges Gold. Macht und Gewalt in der Bronzezeit

Eine Ausstellung des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern

Verlängert: 1. April bis 26. September 2021

 

Im Tollensetal bei Altentreptow fand vor über 3.200 Jahren eine große Auseinandersetzung statt. Seit der Entdeckung der Fundstelle wird die Geschichte der Bronzezeit neu geschrieben.

 

In dem großen Konflikt standen sich Hunderte von jungen Männern gegenüber. Am Ende waren viele von ihnen tot – getroffen von Pfeilen, Lanzen, Schwertern und Keulen. Neue Fragen drängen sich auf: Wer hatte damals die Macht, Kriege zu führen – mit vielleicht Tausenden Beteiligten? Und wie ist dieses Ausmaß von Gewalt zu erklären?

 

Die Funde aus dem Tollensetal und andere spektakuläre Funde aus Mecklenburg-Vorpommern öffnen den Blick in eine Welt, die von der Ostsee bis an das Mittelmeer vernetzt war. Goldgeschmückte Männer und Frauen mit kiloschwerer Bronzetracht treten auf, dazu eine Dame mit Seidenschleier. Wie gelangten sie an diesen Reichtum und welche Rolle spielten sie in der Gesellschaft?

 

Weitere Informationen zur Ausstellung sowie zum Tollensetal finden Sie auf den Seiten des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern.

 

Das Begleitprogramm mit Vorträgen, Sonntagsführungen und einer Exkursion finden Sie in unserem Veranstaltungsflyer.

 

Kabinettausstellung:
Von der Einfachheit der Dinge – Stillleben von Ernst Schroeder

Arbeiten auf Papier aus dem Bestand des Pommerschen Landesmuseums
12.10.2021 – 02.01.2022

 

Innerhalb der Reihe der Ausstellungen im Foyer des Pommerschen Landesmuseums stellen wir mit 30 ausgewählten Zeichnungen, Tuschen und Aquarellen einen kleinen Ausschnitt aus dem grafischen Schaffen Ernst Schroeders (1928 – 1989) vor. Sie belegen, welch starken Einfluss die Kindheits- und Jugendjahre in Stettin (Szczecin), Swinemünde (Świnoujście) und Bansin auf das Schaffen des Künstlers hatten. Auch während seiner Studienzeit von 1949 – 1954 an der Hochschule für bildende Künste Berlin-Charlottenburg bei Max Kaus und seiner Meisterschülerzeit bei Max Pechstein sowie in den darauffolgenden Jahren von 1956 – 1958 als Meisterschüler an der Akademie der Künste der DDR bei Otto Nagel und Heinrich Ehmsen besuchte er in den Sommermonaten Usedom und pflegte dort die Bekanntschaft mit den Malern Otto Manigk, Herbert Wegehaupt, Rose Kühn und Otto Niemeyer-Holstein. Letztere Künstler unterstützten ihn auch bei seiner Hinwendung zum einfachen Leben. Zu seinen Lieblingsmotiven gehörten stille menschenleere Fischerorte, der Fensterausblick, Reusen und Netze, Stillleben mit Gläsern, Kannen, Fischereiwerkzeug und zahlreiches Meeresgetier, vor allem der gefangene, an Land gebrachte Fisch.

 

In Schroeders Zeichnungen finden wir fern jeder Artistik und Virtuosität in eine konzentrierte und überzeugende Formsprache übersetzt seine Würdigung für die einfachen Dinge des Lebens.

 

„Dieser Künstler hat nach einer Zeit der Barbarei und der Vernichtungskriege anhand klarer und einfacher Motive die Kostbarkeit des Lebens gezeigt und nicht ohne zweifelnde Melancholie gefeiert.“ (Matthias Flügge, 2015)

 

 

Die Geschichte Pommerns im 20. Jahrhundert – Vollendung der landesgeschichtlichen Dauerausstellung

Vom Ersten Weltkrieg bis zum Beitritt Polens zum Schengener Abkommen

 

Einen ersten Eindruck von der Ausstellung vermittelt Ihnen unser Film.

 

Das 20. Jahrhundert mit seinen Kriegen, vielfachen Systembrüchen und dem gewaltigen Bevölkerungsaustausch bedeutete für die Region die vielleicht größte Zäsur in ihrer Geschichte. Schließlich verschwand der Name Pommern in der DDR fast vollständig. Erst in den letzten 30 Jahren besinnt sich die Region wieder zunehmend auf über Jahrhunderte gewachsene Strukturen. Die Ausstellung zeigt die zahlreichen Facetten dieser Brüche und Kontinuitäten.

 

Neben aussagekräftigen Objekten ergänzen aufwendige Medienstationen und Installationen die Ausstellung, über die vor allem biographische Zugänge zu einzelnen Themenkomplexen angeboten werden.

 

Das Ausstellungsvorhaben realisiert das Pommersche Landesmuseum im Rahmen des Projektes „Gemeinsames Erbe, gemeinsame Zukunft. Die pommerschen Zentralmuseen präsentieren die Geschichte und Kultur Pommerns gemeinsam“ mit dem Stettiner Nationalmuseum (Muzeum Narodowe w Szczecinie). Das Projekt wird gefördert durch das Interreg-V-A-Programm der Europäischen Union.

 

Unser Plakatmotiv: Wieso befindet sich eine Milchkanne voller Wäsche im Museum?

 

Diese Milchkanne vergrub Willi Bock 1945 vor seiner Flucht auf dem Friedhof von Lebafelde (Żarnowska) in Hinterpommern. Darin versteckte er Nacht- und Tischwäsche. Über sechzig Jahre blieb sie in der Erde verborgen. Erst als der Bund der Lebaer den Friedhof wieder instand setzte, wurde sie zufällig wiedergefunden – mit bemerkenswert gut erhaltenem Inhalt.
Diese Objekte sind in unserer neuen Dauerausstellung „Pommern im 20. Jahrhundert“ zu sehen und stehen für eine persönliche Fluchtgeschichte. Auch Alltagsgegenstände, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken, können spannende Geschichten erzählen!

 

Weitere Dauerausstellungen und Gemäldesammlung

Pommern – Land am Meer

Landesgeschichtliche Dauerausstellung

 

14.000 Jahre wechselvoller Geschichte an der südlichen Ostseeküste präsentieren sich zwischen ehemaliger Franziskanerkirche und Stadtmauer – in einem preisgekrönten Bauensemble, das in imposanter Weise Mittelalter, Klassizismus und Moderne miteinander verbindet. Vom Jahrmillionen alten steinernen Fundament über den Bernstein bis zu den landschaftsprägenden Auswirkungen der Eiszeit wird die Bildung der pommerschen Landschaft erfahrbar.

 

Verschiedenartige Exponate zeichnen ein vielgestaltiges Bild der Entwicklung Pommerns seit den ersten Jägern und Sammlern. Mit einer außergewöhnlich spannenden Fundgeschichte glänzt der 2 kg schwere Goldring aus den Wirren der Völkerwanderungszeit. Einen beeindruckenden Höhepunkt bildet der einzigartige 30 m2 große Croy-Teppich, ein Zeugnis der hohen Kultur am Hofe der Greifen, des pommerschen Herrschergeschlechts.

 

„Pommernland ist abgebrannt“ – der Dreißigjährige Krieg wütet fürchterlich. Danach regiert Schweden neben Brandenburg fast 200 Jahre lang Teile Pommerns. In der Preußenzeit schließlich werden aus Fischerdörfern mondäne Bäder. Eindrucksvoll präsentiert sich die Prunkvase von Eldena, die dem Direktor der Landwirtschaftsakademie Eldena 1837 von seinen dankbaren Studenten überreicht wurde.

Caspar David Friedrich und mehr ...

„Publikumslieblinge“ der Gemäldesammlung

 

Die Galerie des Pommerschen Landesmuseums wird in den nächsten Jahren mit dem Schwerpunkt Romantik umgestaltet. Als Neubau tritt eine „Kapelle“ hinzu, die den Besucher auf das Werk Caspar David Friedrichs einstimmen soll. Während der Bauzeit werden die „Publikumslieblinge“ unserer hochkarätigen Sammlung im Konventshaus ausgestellt. Frans Hals, Caspar David Friedrich und van Gogh freuen sich unter neuen „Nachbarn“ auch weiterhin auf Ihren Besuch!